Districto Federal (Mexico City)

16 05 2011

Hola!

Mittlerweile bin ich in Mexico City angekommen, das von den Einheimischen nur Mexico genannt wird, oder in Ausnahmefaellen (um den Unterschied zur Republik Mexico zu machen) DF Mexico. Die Metropole hat ungefähr 20 Millionen Einwohner!!! und ist somit nur unmerkbar groesser als das nette kleine Guadalajara mit gerade einmal 4 Millionen.

Allerdings findet man sich hier schnell zurecht und auch die Leute sind alles andere als „unheimlich“. Im Gegenteil, die Meisten helfen einem, ob beim Uebersetzen von Mahlzeiten oder wenn man aus der Metro kommt und dank Smog keine Ahnung von den Himmelsrichtungen hat und sich etwas verloren fuehlt. „Hier wird man geholfen“ wie es einst ein Werbespruch sagte. Ich habe die gesamte Altstadt abgewatschelt, habe mir das Nationalmuseum und den Nationalpalast angesehen. Auch die Cathedrale de Mexico, die ueber den alten Aztekentempel gebaut wurde und die netten kleinen Gassen, die einen recht schiefen Eindruck hinterlassen, da Mexico City auf einem schlecht trockengelegten See erbaut wurde und so die Häuser nach und nach absinken, durften nicht fehlen. So sieht es zum Beispiel in der Cathedrale aus, als ob die ewig langen Deckenleuchten schief haengen, dabei ist die gesamte Kirche geneigt. Ich habe den staedtischen Park mit seinen Attraktionen angesehen und habe mir den groessten Markt Lateinamerikas, den „Mercado de La Merced“, angesehen. Man koennte darin monatelang umherirren und haette laengst nicht jeden Stand gesehen. Ganz zu schweigen von allen Produkten begutachtet oder alle Speisen, die ebendort angeboten werden, probiert zu haben. Die U-Bahnstation ist inmitten der gigantischen Markthalle und es ist fuer einen Ortsunkundigen schwer den Ausgang zu finden (und das trotz all den „Salida“-Schildern)!

Den zweiten Tag habe ich mich auf die Spurn der Azteken gemacht. Eine Ausgrabungsstelle in Mexico Stadt habe ich als Erstes besichtigt. Dort haben die spanischen Conquistadores allerdings fast die gesamte Tempelanlage zerstoert. An den Fundamenten konnte man allerdings noch erkennen, wie es einmal ausgesehen haben muss. Ich habe Einiges ueber die praehispanischen Rituale gelernt und habe den 3 Generationenplatz besucht. Dort steht eine alte Kirche, die von den spanischen Eroberern aus den abgerissenen Tempeln, die gleich nebenan liegen, erbaut wurde und ein Wohnblock aus den 70gern. Ein typischer „haesslicher“ Plattenbau, der das moderne Mexico wiederspiegelt. Auf diesem Platz wurden 1968, kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Mexico, zahlreiche Studenten bei einer Demonstration von Soldaten der Republik erschossen. Heute errinnert noch ein grosses Denkmal an die damaligen Ereignisse. Ich habe mir erkaeren lassen, wie die Spanier der indigenen Bevoelkerung den katholischen Glauben naeherbrachten und besuchte ein Pilgerzentrum, in dem die Jungfrau Maria mit indigenen Gesichtszuegen dargestellt ist.

Zu guterletzt besuchte ich die nahegelegene Ruinenstadt Teotihuacán, welche ungefair 45km noerdlich vom Zentrum Mexicos liegt. Sie ist teil des Unesco Weltkulturerbes und mit seiner Totenstrasse (2km), der Sonnenpyramide (65m) und der Mondpyramide (48m) das best erhaltenste Erbe der Azteken. Die Spanier zerstoerten die Tempel nicht, da sie zur Zeit ihrer Ankunft bereits verlassen und mit Gras und Sträuchern ueberwachsen waren. Ein Glueck fuer die heutige Zeit. So konnte ich, gleich wie unzaehlige andere, Einblicke in die Aztekenkultur geniessen. Diese Stadt hatte um 800 n. Chr. etwa 90.000 Einwohner und heute sind erst etwa 10% der alten Stadt wieder ersichtlich und zugaenglich.

Und zum Schluss wie gewohnt noch ein paar Bilder:Catedral Metropolitana de la Asunción de María de la Ciudad de México

schiefe (abgesunkene) Hauser

Strassenbild

Market

Generationenplatz

Blick von der Sonnenpyramide zur MondpyramideMondpyramide frontalTotenstrass mit Sonnenpyramide (li)Blick von der Mondpyramide auf die SonnenpyramideSombrero gefaellig?